Vortrag

Zukunft der Städte

Matthias Horx vom Zukunftsinstitut

Frankfurt gestern, Frankfurt heute: Der Zukunftsforscher Matthias Horx erzählt im Rahmen des „Frankfurter Bürgersalon“ der Frankfurter Bürgerstiftung wie Städte sich wandeln.

Immer schneller und immer mehr: Es ist noch gar nicht lange her, da plante der Frankfurter Flughafen seinen vierten Terminal. Doch daraus wird jetzt nichts. Und daraus wird wahrscheinlich auch in zehn Jahren nichts: Denn Corona zwang nicht nur die Flugzeuge auf die Böden, sondern nötigte Unternehmer:innen auch neue Denkweisen ab – man muss nicht ins Flugzeug steigen, um sich auszutauschen oder zu verhandeln, das geht auch per Videokonferenz. Business-Flights werden also weniger gebraucht. Und wenn jetzt jeder Zuhause sitzt und arbeitet: Was passiert mit all den Bürotürmen für die Frankfurt so berühmt ist?

Wunsch und Wirklichkeit: Beschleuniger Corona

Der Zukunftsforscher Matthias Horx glaubt, dass auch davon nur noch Zweidrittel benötigt werden. Er sagt: Soziale Strukturen einer Stadt formen sich auch entlang von Pandemien und nennt als Beispiel die Pest, die die Renaissance vorbereitete. Das also, was oft schon gewünscht und gedacht wurde, hat mit der Corona-Pandemie jetzt seinen Katalysator gefunden. Und das was jetzt passiert, ist etwas, das immer wieder passiert, weil ja nichts statisch ist: Die Städte haben sich den neuen Bedarfen anzupassen. Denn etwa die Diskussion um die Verödung der Frankfurter Innenstadt ist ja nicht neu, so Horx. Sie wurde schon einmal geführt – als Frankfurt eine rasende Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg durchmacht hatte und die alten Strukturen aufgebrochen worden waren zugunsten einer neuen Konsum- und Arbeitswelt. Das war in den siebziger und achtziger Jahren, als sich die Frankfurter Innenstadt schlagartig entleerte wenn die Geschäfte schlossen.

In Zukunft: Gemeinsam grüner leben

Das bedeutet: Die Sehnsucht nach mehr Grün in der Stadt, nach mehr Miteinander wird sich in der Stadt ebenso abbilden, wie ein verändertes Konsumverhalten und neue Arbeitsweisen. Würde etwa nur jeder Bürger und jede Bürgerin zwei Tag die Woche im Homeoffice arbeiten, wäre das das Ende der Rushhour – und für die damit einhergehenden Probleme müssten keine Lösungen mehr gefunden werden, so der Zukunftsforscher. Drei Trends sind es, die die Zukunft nach Corona bestimmen: 1. Rurbanisierung – die Städte werden ländlicher. 2. die Glokalisierung wird zunehmen sowie 3. Neowork. Wie sich all das im Detail auswirken wird, erklärt Horx in seinem Vortrag. Für Frankfurter:innen ebenfalls spannend: Der Zukunftsforscher spannt der Bogen in die Zukunft über die Geschichte der Stadt, den Häuserkämpfen beispielsweise. Er erklärt auch, welche Funktion dem Bürgertum und den Kulturschaffenden bei Veränderungsprozessen zukommen.

Den gesamten Vortrag von Matthias Horx „Das Bürgertum in der modernen Stadt“ findet sich in der Mediathek der Frankfurter Bürgerstiftung.

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