Leitfaden

AGRI-Photovoltaik: saubere Energie, weniger Hunger?

Solarmodule gegen den Hunger: Können mehr Menschen ernährt werden, wenn die Böden effizienter genutzt werden?

7,77 Milliarden Menschen leben aktuell auf der Erde. Laut UN-Prognose werden es bis 2050 beinah 10 Milliarden Menschen sein. Von den 7,77 Milliarden Menschen hungern gegenwärtig nach Angaben der Welthungerhilfe 690 Millionen Menschen, zwei Milliarden leiden an Mangelernährung. Werden nicht Lösungen gefunden, werden demnach in Zukunft noch mehr Menschen hungern und der Kampf um Ressourcen wird sich verschärfen. Hinzu kommt der Klimawandel.

Eine Gedanke: Landwirte und Landwirtinnen nutzen Ackerflächen doppelt. Das bedeutet: Am Boden wachsen Kulturpflanzen und darüber erzeugen Solarmodule erneuerbaren Strom. Mit dieser so genannten Agri-Photovoltaik (Agri-PV) beschäftigt sich das Frauenhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE und hat dazu jetzt einen umfassenden Leitfaden herausgegeben: „AGRI – Photovoltaik: Chance für die Landwirtschaft und Energiewende“. Die Publikation bietet aktuelle Informationen über die Technologie, zeigt auch ihr Potential auf und informiert zudem über den rechtlichen Rahmen.

Agri-Photovoltaik: Chance für Landwirtschaft und Energiewende

Nach Angaben der Autoren und Autorinnen würden beispielsweise durch die AGRI-Photovoltaik rund vier Prozent der deutschen Ackerflächen genügen, um mit ihr bilanziell den gesamten deutschen Strombedarf in Deutschland zu decken. Und auch die Kosten scheinen sich sehen lassen zu können: Die Stromentstehungskosten liegen bei sieben und zwölf Cent pro Kilowattstunde. Die Autor:innen beschreiben außerdem die internationale Entwicklung der noch jungen Technologie etwa in den USA, Frankreich oder Chile und zeigen erfolgreiche Anwendungsbeispiele.

Autofahren, Energie erzeugen – mit Solar?

Die Ideen, den Raum als Ressource effizient zu nutzen, beschäftigt auch ein Pilotpojekt des Austrian Institutes of Technologie, AIT: Statt aber Ackerfläche mit Solarpannels zu überdachen, sollen Autobahnen damit ausgerüstet werden. So ziehen etwa 231.500 Kilometer Autobahn und Schotterpisten kreuz und quer durch Deutschland, dem 30 größten Netz der Welt. Was wäre, würde man diese Flächen mit Solarmodulen überdachen? Könnte so Strom gewonnen werden? Welche Vor- und Nachteile hätte das? So gehen die Forschenden etwa davon aus, dass die Straßenoberfläche auch von der Überdachung profitiert: Denn das Solardach schützt den Straßenbelag vor Niederschlägen und Überhitzung und dadurch hält er länger. Wie effizient diese solarbedachten Autobahnen wirklich sind und wie aufwendig es ist, sie instand zu halten, soll ein einjährigen Testbetrieb eines Prototyps zeigen. Entscheidend werden aber auch die Kosten sein.

Die Publikation „AGRI – Photovoltaik: Chance für die Landwirtschaft und Energiewende“ kann hier runtergeladen werden. Mehr Infos zum Pilotprojekt des Austrian Institutes of Technologie, AIT, gibt es hier.

Foto, Quelle: Science in HD, unsplash

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