Zukunft natürlich

Slowflower-Bewegung

Ein Blumenfeld als Symbol für die Slowflower-Bewegung

Schnittblumen aus der Region, frei von Pestiziden und Giften und gezogen aus Bio-Saatgut – dafür engagiert sich die Slowflower-Bewegung. 100 Mitglieder vornehmlich aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich zählt das Kollektiv aus Blumenfarmer:innen, Florist:innen und Blumengärtner:innen inzwischen. Gegründet wurde die Gemeinschaft 2019 im Norden Deutschlands, ihren Ursprung hat die Bewegung allerdings in den USA: 2007 schrieb Amy Steward das Buch „Flower Confidential“ und prangerte darin die schlechten Arbeitsbedingungen der Branche, die hohe Pestizidbelastung der Blumen und ihre chemische Behandlung an, damit sie den langen Transport aus Süd-Amerika überstanden. Ihr Buch avancierte zum Bestseller der New York Times und stieß damit die Bewegung an. Wenige Jahre später führte die US-Landwirtschaftsministerin das Programm „Know your farmer, know your flower“ ein und im Weißen Haus gibt es jetzt nur noch „Slow Flowers“. Zwar werden auch in den Vereinigten Staaten weiterhin Schnittblumen im großen Stil importiert, dennoch liegt der Großhandelswert des Segments laut „USDA floriculture crop date“ mit 4.77 Billionen Dollar in 2018 deutlich höher als in den Jahren 2009 bis 2015 zusammen. Zudem stieg zwischen 2015 und 2018 der Anteil der im Stil der Slowflower-Bewegung produzierenden Betriebe um acht Prozent.

Gut für Umwelt, Menschen und Klima: Slowflowers

Und in Deutschland? Laut der Zeitung “ Die Welt“ lag 2019 der Gesamtwert aller eingeführten Blumen bei 1,03 Milliarden Euro. Exportweltmeister in Europa ist Holland. Der Gesamtwert der ausgeführten Ware lag in der Tulpennation 2019 bei 3,87 Milliarden Euro. Oft stammen die niederländischen Blumen aus beheizten Gewächshäusern. Das Ergebnis ist eine schlechte CO2-Bilanz. In den weiteren großen Exportnationen Kolumbien, Ecuador, Kenia und Äthiopien wachsen die Blumen zwar auf dem Feld, müssen aber aufwendig nach Europa geschifft oder geflogen werden. Nicht selten sind die Arbeitsbedingungen außerdem prekär. Anders die Blumen der Slowflower-Bewegung: Das Kollektiv eint der Wunsch, Schnittblumen aus regionalem und nachhaltigem Anbau zu produzieren und mehr Menschen dafür zu begeistern. Wo es die Schnittblumen und Pflanzen der Slowflower-Bewegung in Deutschland zu kaufen gibt, zeigt eine Karte.

Foto: „Humam“, unsplash

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